Alexander Senning

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Ich glaube, dass Marken gewinnen, weil Menschen sie wollen, nicht weil sie sie kennen. Begehrlichkeit entsteht nicht aus Reichweite, sondern aus Haltung, Konsequenz und dem Mut, für etwas zu stehen. In über 18 Jahren internationaler Erfahrung habe ich Marken neu aufgestellt, globale Kampagnen geführt und Teams aufgebaut, die eine Marke nicht nur sichtbar machen, sondern begehrenswert.

I believe brands win because people want them, not because people know them. Desire does not come from reach. It comes from having a point of view and the nerve to hold it. In more than 18 years across international markets I have repositioned brands, led global campaigns and built the teams that make a brand not just visible, but wanted.

我相信,品牌之所以胜出,是因为人们想要它,而不是因为人们知道它。渴望并非来自曝光,而是来自鲜明的主张、始终如一的坚持,以及为之承担的勇气。在十八年以上的国际经验中,我重塑过品牌,主导过全球营销战役,也组建过让品牌不只是被看见、而是被渴望的团队。


Alexander Senning

Eine Marke über mehrere Märkte führen: Konsistenz mit Spielraum

Marke über mehrere Märkte führen: Hochhausfassade mit gleichem Raster und individuellen Fenstern als Bild für Konsistenz mit Spielraum

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Eine Marke über mehrere Märkte führen heißt, eine Identität zu bewahren, während sie in unterschiedlichen Sprachen, Handelsstrukturen und Gewohnheiten auftritt. Die eigentliche Aufgabe liegt nicht in der Übersetzung von Kampagnen, sondern in der Entscheidung, was überall gleich bleiben muss und was sich anpassen darf.

In Europa wirkt das auf den ersten Blick einfach. Die Märkte liegen nah beieinander, viele Zielgruppen ähneln sich, die Kanäle sind vergleichbar. Gerade diese Nähe verführt dazu, Unterschiede zu unterschätzen. Viele deutsche Marken denken zuerst in DACH und behandeln den Rest Europas als Verlängerung. Wer dagegen EMEA statt DACH als Bezugsrahmen nimmt, muss die Marke von Anfang an so bauen, dass sie auch dort trägt, wo niemand ihre Herkunft kennt. Wer die Unterschiede übersieht, bekommt eine Marke, die überall ein wenig fremd wirkt und nirgends ganz zu Hause ist.

  • Wer eine Marke über mehrere Märkte führt, muss zuerst den unverhandelbaren Kern definieren.
  • Standardisierung und Anpassung sind kein Entweder-oder, sondern eine Frage der Ebene.
  • Handelsstrukturen unterscheiden sich in Europa oft stärker als die Bedürfnisse der Menschen.
  • Lokale Teams brauchen klare Leitplanken und echten Spielraum innerhalb dieser Leitplanken.
  • Konsistenz entsteht durch gemeinsame Prinzipien, nicht durch identische Werbemittel.

Was es heißt, eine Marke über mehrere Märkte zu führen

In der Theorie wird die Frage meist als Spannung zwischen Standardisierung und Differenzierung beschrieben. Der Überblick zur Markenstrategie unterscheidet für den internationalen Wettbewerb globale, lokale und glokale Ansätze. Diese Einteilung ist hilfreich, weil sie zeigt, dass es ein Kontinuum gibt und keine reine Lösung.

In der Praxis entscheidet sich die Frage nicht einmal für die ganze Marke, sondern auf jeder Ebene neu. Positionierung, Markenwerte und die zentralen Elemente der visuellen Identität sollten überall gleich sein. Tonalität, Bildsprache im Detail, Produktschwerpunkte und Kanalwahl können variieren. Preise und Aktionen folgen ohnehin oft eigenen Logiken.

Hilfreich finde ich eine einfache Unterscheidung: Was macht die Marke zu dieser Marke, und was macht sie in diesem Markt verständlich? Das Erste ist zentral und unverhandelbar. Das Zweite gehört in die Verantwortung derer, die den Markt kennen. Wer beides vermischt, erzeugt entweder Beliebigkeit oder Starrheit.

Diese Unterscheidung begleitet meine tägliche Arbeit. In meiner aktuellen Rolle führe ich ein Team von 22 und arbeite für Märkte in EMEA. Fast jede Abstimmung mit den Märkten läuft am Ende auf genau diese Frage hinaus: Gehört ein Punkt zum Kern der Marke, oder gehört er zu ihrer Übersetzung in einen Markt? Wenn wir das früh klären, werden Diskussionen kürzer und sachlicher. Wenn wir es offen lassen, verhandeln wir dieselbe Frage in jeder Saison neu, nur mit anderen Motiven.

Grundlegend dafür ist ein klares Verständnis der eigenen Marke. Ohne eine präzise Antwort auf die Frage, wofür die Marke steht, lässt sich nicht entscheiden, was anpassbar ist. Die Fragen, die ich dafür nutze, habe ich im Beitrag zur Markenführung beschrieben.

Warum das in der Mode schwerer ist

Mode ist kulturell aufgeladen. Was in einem Markt als lässig gilt, wirkt im nächsten nachlässig. Farben, Passformen und Stilcodes werden unterschiedlich gelesen, auch innerhalb Europas. Eine Bildsprache, die in einem Land Souveränität ausstrahlt, kann woanders kühl oder distanziert wirken.

Dazu kommen unterschiedliche Handelsstrukturen. In manchen Märkten dominiert der stationäre Fachhandel, in anderen der Onlinehandel oder große Warenhäuser. Das verändert nicht nur die Kanalplanung, sondern auch die Rolle der Marke im Moment des Kaufs. Mehr zur Logik der Kanäle steht im Beitrag zum Kanalmix im Modehandel.

Auch die Erwartungen an Herkunft, Qualität und Verantwortung sind nicht überall gleich gewichtet. In einem Markt ist die Herkunft eines Produkts ein zentrales Kaufargument, im nächsten spielt sie kaum eine Rolle. Wer überall dieselben Argumente in derselben Reihenfolge erzählt, trifft in manchen Märkten den Kern und in anderen daneben.

Hinzu kommen saisonale Verschiebungen. Klima und Feiertage unterscheiden sich, Ausverkaufsphasen liegen anders, und nicht jede Kollektion kommt überall gleich gut an. Eine zentrale Kampagnenplanung, die das ignoriert, verpasst in einzelnen Märkten den richtigen Moment.

Und schließlich die Sprache. Mode lebt von Nuancen in der Ansprache. Ein Claim, der im Original elegant klingt, wird in der Übersetzung oft flach oder ungewollt komisch. Die Markenstimme muss in jeder Sprache neu gefunden und nicht nur übertragen werden. Darüber habe ich im Beitrag zur Markenstimme ausführlicher geschrieben.

Was das für eine Marke über mehrere Märkte bedeutet

Wer eine Marke über mehrere Märkte führt, braucht zuerst ein gemeinsames Fundament, das schriftlich festgehalten und von allen verstanden ist. Gemeint ist nicht ein umfangreiches Handbuch, das niemand liest, sondern eine knappe Beschreibung des Kerns: Haltung, Werte, die zentralen visuellen Elemente und die Grenzen, die nicht überschritten werden.

Zweitens braucht es eine klare Rollenverteilung. Die Zentrale verantwortet den Kern und die großen Plattformen. Die Märkte verantworten die Übersetzung in ihren Kontext. Konflikte entstehen meist dort, wo diese Grenze unscharf ist und jede Seite glaubt, die andere greife in ihr Feld ein.

Drittens braucht es Rückkopplung. Lokale Teams sehen früher, wenn eine zentrale Idee nicht funktioniert. Diese Beobachtungen müssen systematisch zurückfließen, sonst wiederholt die Zentrale denselben Fehler in jeder Saison. Nicht selten kommen gute Ansätze für zentrale Kampagnen gerade aus einzelnen Märkten, weil dort jemand näher an der Kundschaft ist.

Viertens braucht es Geduld mit Unterschieden in der Markenstärke. Eine Marke kann in einem Markt etabliert und im nächsten kaum bekannt sein. Dann hat sie dort eine völlig andere Aufgabe. Wo sie bekannt ist, geht es um Relevanz und Begehrlichkeit. Wo sie neu ist, zunächst um Wiedererkennung. Dieselbe Kampagne kann beides nicht gleich gut leisten.

Fünftens braucht es eine gemeinsame Sprache für Erfolg. Wenn jeder Markt eigene Kennzahlen berichtet, lässt sich kaum vergleichen, wo die Marke wächst und wo sie stagniert. Ein kleiner, überall gleich definierter Satz an Markenkennzahlen schafft die Grundlage, um über Unterschiede sachlich zu sprechen. Er verhindert auch, dass jede Diskussion zur Verteidigung des eigenen Marktes wird.

Was ich anders machen würde

Ich würde die Grenze zwischen zentral und lokal früher und ausdrücklicher ziehen. Viele Reibungen zwischen Zentrale und Märkten entstehen nicht aus Meinungsverschiedenheiten über Inhalte, sondern aus Unklarheit darüber, wer entscheidet. Eine einfache Übersicht, welche Elemente fest, welche anpassbar und welche frei sind, spart unzählige Abstimmungsrunden.

Ich würde außerdem lokale Teams früher in die Entwicklung zentraler Ideen einbeziehen. Nicht als Freigabeinstanz, sondern als Prüfstein. Eine Idee, die in mehreren sehr unterschiedlichen Märkten trägt, ist meist auch im Kern stärker.

Ich würde auch mehr in persönliche Begegnung investieren. Gemeinsame Arbeitstage, an denen Teams aus verschiedenen Märkten an derselben Aufgabe sitzen, schaffen ein Verständnis füreinander, das kein Handbuch ersetzen kann. Viele Konflikte lösen sich, sobald man die Perspektive der anderen Seite einmal aus der Nähe erlebt hat.

Und ich würde Konsistenz anders messen. Statt zu prüfen, ob alle Märkte dieselben Motive verwenden, würde ich prüfen, ob die Marke überall gleich erkannt und gleich verstanden wird. Das ist die eigentliche Form von Konsistenz.

Wo ich noch unsicher bin, ist die Rolle zentraler Produktion. Effizienzdruck spricht dafür, Inhalte zentral zu produzieren und lokal nur anzupassen. Das ist wirtschaftlich vernünftig. Gleichzeitig verliert eine Marke dabei manchmal die Nähe, die sie in einzelnen Märkten stark gemacht hat. Ich glaube, die Antwort liegt in einer zentralen Basis mit bewusst eingeplanten lokalen Anteilen, aber die richtige Balance hängt stark von der Marke und ihrer Geschichte ab.

Eine Marke über mehrere Märkte zu führen ist am Ende vor allem eine Führungsaufgabe. Es geht weniger um Werbemittel als um Vertrauen zwischen Menschen, die dieselbe Marke aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehen und trotzdem dasselbe Ziel verfolgen.